Wachstum braucht Augenmaß

Dialog mit Dr. Robert Lange, Geschäftsführer hospital Laborverbund Brandenburg-Berlin GmbH.
Impfaktion
Dr. Robert Lange (ganz links, hier beim Start der Impfaktion der Immanuel Diakonie mit Geschäftsführungskollegen/innen und der Betriebsärztin Frau Bauersfeld) ist 46 Jahre, verheiratet und hat 3 Kinder. Der promovierte Diplom-Biologe, Geschäftsführer der hospital Laborverbund Brandenburg-Berlin GmbH und Geschäftsführender Gesellschafter der Limetec Biotechnologies GmbH sowie seit Oktober 1992 bei der Immanuel Diakonie, versteht sich als Netzwerker im Gesundheitswesen und der Biotechnologie.

Wie war Ihr Weg in die und in der Immanuel Diakonie? 

Bereits während meines Biologiestudiums habe ich die Forschungsinfrastruktur Berlins intensiv kennengelernt und genossen. In den zahlreichen Grundlagenforschungsinstituten habe ich ein breites Methodenspektrum erworben und dabei viele Kontakte knüpfen können. Als Stipendiat der Berlin Forschung promovierte ich über neuroimmunlogische Aspekte der Borreliose. Ich folgte meinem damaligen Chef Prof. Kölmel  als Oberassistent an die Charite und war in der Klinik für Neurologie Forschungsbeauftragter. Nachdem dieser einem Ruf an die damalige medizinische Hochschule nach Erfurt angenommen hatte, war für mich klar, dass ich als Naturwissenschaftler in der Medizin neue Wege gehen musste.

Durch Kontakte zum damaligen Chefarzt des Immanuel Krankenhauses Berlin Dr. Sörensen und dem damaligen Staatssekretär Detlef Orwat (ebenfalls ein Biologe) lernte ich Elimar Brandt kennen. Es folgten intensive Gespräche und gemeinsam entwickelten wir die Idee, einen Laborverbund zu etablieren. Aus einer Vision wurde Wirklichkeit. Der Aufbau eines immunologischen Laboratoriums am Bucher Standort und ein sich entwickelnder Standort in Wannsee, die Strukturierung der Laborstandorte in Rüdersdorf und Bernau, die Gründung einer Laborpraxis und der Aufbau der Limetec Biotechnologies GmbH sowie die Gründung der hospital Laborverbund Brandenburg-Berlin GmbH am 1.1.2008 waren folgerichtige Entscheidungen, die gemeinsam im Leitungsteam erdacht und umgesetzt wurden.

Wo denkt der Laborverbund anders?

Anders denken wir natürlich nicht. Wir vertreten in der Immanuel Diakonie eine medizinische Querschnittsdisziplin, die sich als Dienstleister versteht. Dadurch, dass wir auch für zahlreiche Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Pflegeheime und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte arbeiten, „ticken“ wir vielleicht manchmal vernetzter als die etwas solitäreren Krankenhäuser der Immanuel Diakonie. Es wäre schön, wenn wir zusammen mit unseren Gesellschaftern die jeweiligen Gesundheitsregionen weiter entwickeln und die Häuser auch untereinander noch mehr vernetzen könnten.

Wo gibt es Entwicklungspotenziale, wo Entwicklungszwänge?

Das Labor ist in vielen Gesundheitseinrichtungen zu einer austauschbaren Dienstleistung geworden. Wie sind sehr froh, dass die Immanuel Diakonie die Potenziale eines eigenen starken Laborverbundes früh erkannt hat. Personalisierte Medizin, die steigenden Anforderungen im Bereich der Infektiologie sowie eine autonome Blutversorgung werden auch zukünftig diesem Konzept Recht geben. Vielen Dank hierfür an unsere Gesellschafter. Die Investition in Innovation und Mitarbeiter, die Entwicklung ergänzender Dienstleistungen, wie zum Beispiel Blutabnahmestützpunkte, den Aufbau eines Teams zur Betreuung Patienten naher Diagnostik und die intensive Kooperation mit unserer Schwestereinrichtung, der hospital LogiServe, bringen uns voran.

Die Umsetzung diagnoseabhängiger Laborarbeitsabläufe wird uns inhaltlich sehr beschäftigen. Es ist immer Bewegung im Laborverbund. Es bleibt spannend! Kostendruck ist natürlich ein limitierender Faktor. Hier gilt es, die Herausforderungen an ein optimales Preis-Leistungsverhältnis anzunehmen. Kontinuierliche Analyse der Arbeitsläufe und Anpassung an die Anforderungen unserer Kunden gehören zu unserem Tagesgeschäft.

Wie erleben Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Laborarbeit ist Teamarbeit. Und wir sind ein gutes Team. Unsere engagierten Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildet und leisten ein hohes Arbeitspensum. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Alle! Niedrige Fluktuation, freundliche Menschen und langjährige Mitarbeit sowie die Bereitschaft weiter zu lernen beweisen die hohe soziale und inhaltliche Kompetenz der Mitarbeiterschaft.

Wie werden Sie von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erlebt?

Eigentlich eine Frage an das Team. Ich will mich an einer Antwort versuchen: Ich hoffe, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mich als ausgeglichenen Menschen erleben, der Interesse an den Lebensumständen jedes einzelnen Teammitgliedes hat – trotz aller Konsequenz, die im Laborgeschäft heute unabdingbar sind.

Was bewegt Sie als Mensch zurzeit besonders?

Die Entsolidarisierung unserer Gesellschaft. Gemeinwohl sollte in unserem Leben einen höheren Stellenwert einnehmen. Diesem Anspruch gerecht zu werden ist eine meiner großen Herausforderungen.

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