Sechs Wochen in der Immanuel Diakonie

Ein an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Immanuel Diakonie gerichteter Bericht von Johanna Klee und Wolfgang Häfele

Klee Häfele

Zugegeben: Als Elimar Brandt in einem Seminar an der Theologischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin von der Immanuel Diakonie berichtete, konnten wir mit dem Namen noch nicht viel anfangen. Vom ersten Moment an faszinierte uns aber, was er erzählte: von einem Unternehmen, das zu modernsten Werkzeugen der Betriebswirtschaft greift, um seinen diakonischen Auftrag zu erfüllen und sich zugleich am Markt zu behaupten. Als wir ihn fragten, ob wir im Sommer ein Praktikum in der Immanuel Diakonie machen könnten, sagte er sofort zu.

So kam es, dass wir dieses Jahr nicht verreist sind und unsere Sommerferien als Praktikanten in der Immanuel Diakonie verbracht haben. Herumgekommen sind wir aber mindestens genauso weit wie auf einer Weltreise – zumindest gefühlt: In den sechs Wochen haben wir beinahe die ganze Immanuel Diakonie erkundet und – Dank Ihnen, liebe Mitarbeiterin, lieber Mitarbeiter – kennen gelernt.

In Bernau und Rüdersdorf haben Sie uns tiefe, sehr bereichernde Einblicke in den Krankenhausalltag gegeben, in den eines Krankenhausseelsorgers und auch in den einer Ärztin oder einer Schwester. Hier und auch im Haus am Kalksee, im Seniorenzentrum Schöneberg sowie im Diakonie-Hospiz Wannsee haben wir gelernt, wie schwierig auch für Profis manchmal der Konflikt zwischen Alltag und Situationen sein kann, die (Gott sei Dank!) niemals alltäglich werden. Sie haben uns aber auch noch einmal verdeutlicht, dass es nicht nur eine wichtige, sondern auch eine schöne Aufgabe ist, Menschen zu begleiten, ihnen ein Zuhause und wenigstens etwas Geborgenheit zu geben.

In Rüdersdorf haben wir auch die „andere Seite“ des Krankenhausbetriebes gelernt: viel über das Qualitätsmanagement, wie man Diakonie und Betriebswirtschaft in der Praxis miteinander verbinden kann – und was sich hinter der Abkürzung „DRG“ verbirgt.

Das ein oder andere Mal haben wir dem medizinischen Bereich (und damit dem köstlichen, aber wirklich starken Kaffee) dann auch den Rücken gekehrt: In den Einrichtungen von Beratung + Leben haben wir verschiedene Hilfs- und Beratungsangebote für Menschen kennengelernt, die nicht weiter wissen – und dabei noch einmal einen völlig neuen Blick auf die aktuelle Debatte um die Sozialgesetzgebung bekommen, die einem plötzlich ganz oberflächlich vorkommen muss.

Schließlich war da noch unser Besuch in der Suchthilfe Guben, die, als wir da waren, zum zweiten Mal in diesem Jahr von Hochwasser heimgesucht wurde: Aus einer Selbsthilfegruppe entstand hier erst ein Heim quasi als Verwahranstalt und später – mit viel Wagemut und einer starken Immanuel Diakonie im Rücken – eine Suchthilfe im vollen Sinne des Wortes, die Menschen, denen niemand mehr etwas zugetraut hatte, einen Weg zurück ins Leben eröffnet.

Dieser Wagemut, gepaart mit ein bisschen Glück, ist aber sicher nur die eine Seite der Medaille, um ein Unternehmen zum Blühen zu bringen. Die andere sind Sie, lieber Mitarbeiter, liebe Mitarbeiterin: Überall, wo wir hinkamen, war Ihr Engagement „dem Leben zu liebe“ spürbar. Wir wünschen Ihnen, der Immanuel Diakonie und allen ihren Patienten und Klienten, dass das so bleibt.

Vielleicht haben Sie ja selbst Lust bekommen, ein wenig in der Immanuel Diakonie herumzureisen. Es müssen ja nicht gleich sechs Wochen sein – aber lohnen tut es sich allemal! Wir jedenfalls werden sicher noch lange von den Einblicken zehren, die Sie uns gegeben haben, und an die vielen, sehr interessanten Gespräche und Diskussionen zurückdenken, die wir in dieser Zeit geführt haben.

Dafür herzlichen Dank!

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