„Jede Sache so machen, als wäre sie die eigene“ – Joachim Lohan

Verabschiedung Joachim Lohan
Joachim Lohan (Zweiter von rechts am Tag seiner Verabschiedung) feierte am 1. April 2013 sein 40 jähriges Dienstjubiläum in der Immanuel Diakonie. Seit seinem ersten Tag ist er als Haushandwerker tätig, seine Spezialität ist der Trockenbau. Am 30. April 2013 wurde der 65 jährige Jubilar in großer Runde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Wie sind Sie zu Immanuel Diakonie gekommen?

Der damalige Pastor der baptisten.schöneberg Edwin Brandt (Vater des langjährigen Direktors der Immanuel Diakonie Elimar Brandt) hat über ein Jahr von der Vision gesprochen, die er für meine Zukunft habe. Über viele Monate habe ich das anders gesehen, bin dann aber doch als Handwerker zum Immanuel Krankenhaus gekommen. Und das sind jetzt 40 Jahre.

Was war das ganz Besondere zu West-Berliner Zeiten?

Wir als Haushandwerker waren nie nur für das Immanuel Krankenhaus oder das Hospital Feierabendheim zuständig, sondern haben alle Gebäude der Gemeinde Schöneberg auf dem Laufenden gehalten. Wenn irgendwo ein Mieterwechsel vorbereitet wurde, eine neue Dienstwohnung herzurichten war, die Toiletten neue Wände brauchten: Wir waren da und haben sofort angefasst.

Arbeitsvertrag Lohan

Was verbindet Sie mit dem Grundstück am Kleinen Wannsee?

Ich kenne hier jede Ecke. Habe an den unterschiedlichen Umbauten der Siemens-Villa, des „Hauses 6“ und des Krankenhaus-Neubaus auf den ehemaligen Obstgärten mitgewirkt. Im Immanuel Krankenhaus wurde und wird auch jetzt noch ständig gebaut. Und zu Weihnachten und Ostern spiele ich seit 45 Jahren mit dem Posaunenchor vom Turm der alten Siemens-Villa einen Choral. Danach ziehen wir durch die Stationen des Immanuel Krankenhauses und durch das Diakonie-Hospiz Wannsee und erfreuen die Patienten und Gäste.

Haben Sie einen besonderen Anspruch an Ihre Arbeit?

Ich komme aus einer großen Familie. Wir waren zu Hause 11 Geschwister. Wir mussten im Nachkriegs-Berlin auch immer mit Mangel umgehen. Mir war es immer wichtig, aus begrenzten Mitteln das Bestmögliche zu machen. Als „alter Handwerker“ muss man improvisieren können. Wer nur mit dem umgehen kann, was er 1:1 im Regal vorfindet, der ist nicht kreativ. Ich habe die Sachen immer so gemacht, als wären sie meine eigenen Sachen. Ich stecke da quasi immer mit drin.

Vielen Dank für das Gespräch!

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